Wie lauten die Ergebnisse der Kostenstudien für die einzelnen Kernkraftwerke?

Wie lauten die Ergebnisse der Kostenstudien für die einzelnen Kernkraftwerke?

Nachstehend sind die Ergebnisse der aktuellen Kostenstudien für Nachbetrieb, Stilllegung und Entsorgung zusammengefasst:

Nachbetrieb

Die Kostenstudie 2011 weist für die einzelnen Kernkraftwerke die folgenden Kosten für den Nachbetrieb aus (gerundet, in Mio. Franken, Preisbasis 2011, Kostenstudie 2006 teuerungsbereinigt):

Studien Beznau Mühleberg Gösgen Leibstadt Total
Kostenstudie 2011    475 319 455 460 1709 Mio.
Kostenstudie 2006   462  250  481   486  1678 Mio.
Differenz 3% 28%   -5% -5% 2%

Für alle Schweizer Kernkraftwerke wird für den Nachbetrieb eine einheitliche Dauer von fünf Jahren angenommen. In der Kostenstudie sind erstmals sämtliche Schätzungen – einschliesslich von Behördenaufwand und Versicherungskosten – auf einer einheitlichen Basis vorgenommen worden. Die deutliche Kostenerhöhung beim KKW Mühleberg ist darauf und auf höhere Annahmen für die Betriebskosten nach der Ausserbetriebnahme zurückzuführen.

Stilllegung

Die Kostenstudie 2011 weist für die einzelnen Kernkraftwerke die folgenden Kosten für die Stilllegung aus (gerundet, in Mio. Franken, Preisbasis 2011, Kostenstudie 2006 teuerungsbereinigt)

Kostenstudien Beznau Mühleberg Gösgen
Leibstadt

Zwilag

Total
Kostenstudie 2011 809   487 663 920 95       2974 Mio.
Kostenstudie 2006 631 440 605   835 31 2541 Mio.
Differenz   28% 11%   10% 10% 204%   17%

Der Anstieg gegenüber 2006 ist im Wesentlichen auf die Neueinschätzung der Kosten für den Rückbau der Anlagen zurückzuführen. Sie erfolgte aufgrund von Erkenntnissen aus aktuellen Stilllegungsprojekten, insbesondere in Deutschland. Beim KKW Beznau kommen Mehrkosten aufgrund des sequenziellen Rückbaus von zwei Reaktorblöcken hinzu. Beim Zwilag (Zwischenlager) wurden zudem die Rückbaukosten vom Entsorgungsfonds neu dem Stilllegungsfonds zugewiesen.

Entsorgung

Die Kostenstudie 2011 weist für die einzelnen Kernkraftwerke die folgenden Kosten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus (gerundet, in Mio. Franken, Preisbasis 2011, Kostenstudie 2006 teuerungsbereinigt)

Kostenstudien Beznau Mühleberg Gösgen Leibstadt Total
Kostenstudie 2011  4124 1834 5071 4940 15'970 Mio.
Direkt bezahlt bis 2011 1558 668 1669 1059  4954 Mio.
Kosten ab 2012 2566  1166 3402 3881 11'015 Mio.
Kostenstudie 2006            3813                         1686                4559 4505 14'563 Mio.
Differenz Kostenstudien 8% 9% 11%   10% 10%

Der grösste Teil der Kostensteigerung ist auf verschärfte Anforderungen an Tiefenlager und aktuelle Erfahrungen bei Tunnelbauten zurückzuführen.

Mehr zu den Änderungen bei den Kostenstudien hier.

 

  1. Wie verläuft der zeitliche Ablauf bei der Stilllegung der Kernkraftwerke?
  2. Wie verläuft der zeitliche Ablauf bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle?
  3. Welche Kosten entstehen bei Stilllegung und Entsorgung?
  4. Wer bezahlt die Kosten für die Stilllegung und die Entsorgung?
  5. Wie wird sichergestellt, dass nach der definitiven Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke die nötigen Mittel für die Stilllegung und die Entsorgung vorhanden sind?
  6. Wie werden die Stilllegungs- und Entsorgungskosten ermittelt? Wer überwacht die Kostenstudien?
  7. Wie werden die Beiträge an die Fonds ermittelt? Wer legt die Beiträge fest?
  8. Wie lauten die Ergebnisse der Kostenstudie für die einzelnen Kernkraftwerke?
  9. Warum haben sich Ergebnisse der Kostenstudien in den letzten Jahren verändert?
  10. Wie robust sind die Kostenstudien?
  11. Wie werden die Mittel in den Fonds angelegt? Was geschieht, wenn die angestrebten Anlagerenditen verfehlt werden?
  12. Welche Auswirkung hat eine vorzeitige Ausserbetriebnahme eines Kernkraftwerks auf die Fonds?
  13. Wer bezahlt, wenn die von einem Betreiber an die Fonds geleisteten Beiträge nicht ausreichen?
  14. Gibt es Reserven für den Fall unvorhergesehener Mehrkosten und von Verzögerungen bei der Entsorgung der radioaktiven Abfälle?
  15. Wer bezahlt für Kosten, die nach dem allfälligen Verschluss der geologischen Tiefenlager anfallen?
  16. Hat es genügend Geld in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds?
  17. Wie wirkt sich die im April 2014 angekündigte Verschiebung der Inbetriebnahme der geologischen Tiefenlager auf die Kosten aus?