Medienmitteilung

15. Juni 2018

Jahresabschluss 2017 von Stilllegungs- und Entsorgungsfonds: Glänzende Performance

Die zwei Fonds, in denen die Betreiber der Schweizer Kernanlagen die Mittel für die Stilllegung der Kernkraftwerke und Entsorgung der Abfälle ansparen, verzeichnen ein solides Geschäftsjahr. Wie die Jahresabschlüsse für 2017 zeigen, liegen die Realrenditen erneut weit über den vom Bund vorgegebenen zwei Prozent.

Die Geschäftsstelle des Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke STENFO hat die Jahresabschlüsse der Fonds publiziert. Beide Fonds zeichnen sich durch eine hohe Anlagerendite und – nach Abzug der Teuerung von 0,52 % – entsprechend solide Realrendite aus:

Stilllegungsfonds

Anlagerendite 2017        + 9,37 %
Realrendite 2017            + 8,85 %
Seit 1985                        + 4,25 % im Durchschnitt pro Jahr

Entsorgungsfonds

Anlagerendite 2017        + 9,51 %
Realrendite 2017            + 8,99 %
Seit 2002                        + 3,57 % im Durchschnitt pro Jahr

Auch die durchschnittliche Rendite seit der Gründung der Fonds liegt damit – trotz zweier Finanzkrisen – über dem in der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV) vorgegebenen Soll von zwei Prozent.

Zuverlässige Finanzierung in der gewünschten Zeit

Per Ende 2017 lag allein das Vermögen des Entsorgungsfonds um 554,8 Mio. Franken über dem vom Bund vorgegebenen Betrag, jenes des Stilllegungsfonds um 243,5 Mio. Franken: insgesamt fast 800 Mio. Franken Überschuss. Damit ist schon über die Hälfte der fondsrelevanten Beträge einbezahlt: 7,7 Mrd. Franken. Kapitalerträge werden bei der heute vom Bund geforderten Realrendite wegen der langen Laufzeit der Fonds weitere 6,5 Mrd. Franken generieren. Für die Betreiber bleiben in den kommenden Jahrzehnten insgesamt noch rund 500 Mio. Franken einzuzahlen.

Die detaillierten Berichte sind zu finden unter http://www.stenfo.ch/de/Dossier/Faktenblaetter.
Zusätzliche Informationen sind zu finden unter http://www.swissnuclear.ch/de/Stilllegungs-und-Entsorgungsfonds.html

Für weitere Auskünfte: medien@swissnuclear.ch, Tel. 062 205 20 18

14. Juni 2018

Prüfbericht der EFK zur Kostenstudie 2016: Der pauschale Sicherheitszuschlag ist nicht mehr gerechtfertigt

swissnuclear hat den Prüfbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle zur Kostenstudie 2016 zur Kenntnis genommen. Er bewertet Prozess, Methodik und Überprüfung der Kostenstudie als positiv, nachvollziehbar und plausibel. Der pauschale Sicherheitszuschlag von 30% auf die Gesamtkosten ist nicht mehr angemessen und daher nicht mehr nötig. Mit dem in der Kostenstudie enthaltenen Kostenblock für Prognoseunsicherheiten und Chancen sowie Gefahren sind alle erdenkbaren Risiken bereits abgedeckt und eingepreist.

Der Prüfbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zur Kostenstudie 2016 (KS16) erscheint in weiten Teilen nachvollziehbar. Er schliesst sich in seiner Beurteilung der Kostenstudie 2016 im Wesentlichen jener der unabhängigen externen Kostenprüfer an, welche die Kostenschätzung zuvor schon als solide, belastbar und transparent und die Kosten-Risiken als umfassend berücksichtigt bewertet haben. Es sind wenige, jedoch entscheidende Punkte, in denen swissnuclear die Meinung der EFK nicht teilt:

  • Die Kostenstudie 2016 preist alle denkbaren Risiken bereits ein. Die EFK bestätigt, dass ein pauschaler Zuschlag von 30% auf die Gesamtkosten nicht mehr gerechtfertigt ist. Sie fordert dennoch einen nicht weiter bestimmten Zuschlag. Ein solcher ist jedoch weder nötig noch sachlich begründbar. Denn die KS16 enthält zusätzlich zu den belastbaren Basiskosten einen massiven Kostenblock, der Prognoseunsicherheiten und alle erdenklichen Risiken umfassend abdeckt und detailliert ausweist.  
  • Die von der EFK empfohlene Festlegung eines fixen Datums für die Inbetriebnahme der geologischen Tiefenlager zum jetzigen Zeitpunkt stellt eine unnötige Einschränkung dar. Der Zeitrahmen ist im Entsorgungsprogramm der Nagra genügend berücksichtigt und wird in der dritten Etappe des Sachplanverfahrens noch detaillierter ausgestaltet.

Fonds sind auf Kurs

Wie auch die EFK festhält, liegen die Entwicklungen bei den Fonds über den erwarteten Realrenditen. Die Fonds haben mit rund 100 Jahren einen äusserst langen Anlagehorizont. Und sie sind auf Kurs: Ende 2017 liegen sie um insgesamt 800 Mio. CHF über dem vom Bund verlangten Soll. Deckungslücken durch negative Renditeentwicklungen der Fonds sind nicht zu erwarten.

Schliesslich werden die Kosten für Stilllegung und Entsorgung alle fünf Jahre neu geschätzt. Allfällige Kostenänderungen fliessen in die jeweils neue Beitragsbemessung ein. Die Kernkraftwerksbetreiber tragen das Risiko für die Finanzierung von Stilllegung und Entsorgung, auch unabhängig von den Fondsbeständen.

 

Für weitere Auskünfte: medien@swissnuclear.ch, Tel. 062 205 20 18

09. Mai 2018

Kostenstudie 2016: Betreiber der Kernanlagen erheben Beschwerde gegen Kostenverfügung des UVEK

Das UVEK hat am 12. April 2018 die hohe Qualität der Kostenstudie 2016 anerkannt und ist damit den Beurteilungen der unabhängigen Experten sowie des Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke (STENFO) gefolgt. Dennoch hat das UVEK die voraussichtlichen Kosten für die Stilllegung der Kernanlagen und Entsorgung der radioaktiven Abfälle um 1,1 Mrd. Franken höher verfügt als von der Verwaltungskommission von STENFO beantragt. Die Betreiber der Schweizer Kernanlagen haben nun dagegen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben.

Die Kostenstudie 2016 ist nachvollziehbar auf der Basis der gesetzlichen Vorgaben erstellt worden. Alle Kontrollorgane haben sie als korrekt anerkannt und akzeptiert. Trotzdem hat das UVEK nun aber am Ende eines mehr als fünf Jahre dauernden Prozesses die voraussichtlichen Kosten um insgesamt 1,1 Mrd. Franken erhöht: Dies, indem für die Aspekte «Abgeltungen», «Getrennte Lager» und «Grüne Wiese» systematisch ein jeweils höheres Kostenszenario angenommen wurde. Das bringt zusätzliche Kosten ohne Sicherheitsgewinn.

Es widerspricht zudem der definierten Methodik und den Vorgaben der neuen Kostenschätzung, insbesondere für die Bewertung dieser Risiken. Darum hinterfragen die Betreiber die technische Belastbarkeit und die sachlichen Begründungen der Verfügung. Mit der Kostenverfügung des UVEK sollen die Betreiber verpflichtet werden, überhöhte Beiträge in die Fonds für Stilllegung und Entsorgung einzuzahlen. Zur Wahrung der Rechte der Eigentümer sehen sich die Betreiber deshalb gezwungen, gegen die Kostenverfügung Beschwerde einzulegen.

Die betroffenen Kernanlagen befinden sich im Eigentum der Beschwerdeführerinnen Axpo Power AG (Kernkraftwerk Beznau I und II), BKW Energie AG (Kernkraftwerk Mühleberg), Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG, Kernkraftwerk Leibstadt AG und Zwischenlager Würenlingen AG.

Die Betreiber kommen ihren gesetzlichen Pflichten bei der Finanzierung von Stilllegung und Entsorgung zuverlässig nach: Die Kostenstudie 2016 ist solide, belastbar und robust, die Risiken sind umfassend berücksichtigt und bewertet, und die Finanzierung von Stilllegung und Entsorgung ist auf Kurs.

Für weitere Auskünfte: Geschäftsstelle swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

12. April 2018

Kostenfestlegung für Stilllegung und Entsorgung durch das UVEK: Abweichende Beurteilung kaum begründbar

Swissnuclear begrüsst, dass das UVEK die grundsätzlich gute Qualität der Kostenstudie 2016 anerkennt und den Beurteilungen der unabhängigen Experten sowie Stenfo folgt. Umso schwerer nachvollziehbar und überraschend ist angesichts dieser Beurteilung, dass das UVEK drei einzelne Aspekte herausgreift und für diese eine andere Beurteilung anbringt.

Swissnuclear hat die vom Gesetzgeber geforderte Kostengliederung und Kostenstruktur umgesetzt und eine transparente und nachvollziehbare Schätzung der Stilllegungs- und Entsorgungskosten erstellt. Zentraler Punkt dieser Methodik war die Beurteilung von Eintrittswahrscheinlichkeiten für Chancen und Risiken, welche von swissnuclear ergebnisoffen definiert wurden. Dies wurde von den unabhängigen Prüfern der STENFO berücksichtig und leicht angepasst. Mit dem jetzigen Entscheid des UVEK wurde systematisch für die Aspekte «Abgeltungen», «Kombilager» und «Grüne Wiese» das höchstmögliche Kostenszenario angenommen. Dies widerspricht der Logik der neuen Kostenschätzung sowie insbesondere der Bewertung dieser Risiken und stellt aus Sicht von swissnuclear einen politisch motivierten Eingriff in die Kostenschätzung dar, der sich technisch kaum belastbar begründen lässt.

Swissnuclear wird zusammen mit den entsorgungspflichtigen Betreibern die Konsequenzen und das weitere Vorgehen prüfen.

Für weitere Auskünfte: Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

21. März 2018

Beznau-1 speist wieder Strom ins Netz ein: Ein Gewinn für die Versorgungssicherheit

Nach der Anerkennung des von der KKB-Betreiberin Axpo erbrachten Sicherheitsnachweises hat das ENSI am 19. März 2018 die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt. Seit dem 20. März 2018 ist das Kernkraftwerk Beznau-1 wieder am Netz und speist Strom ein. Das ist eine gute Nachricht für die Versorgungssicherheit in der Schweiz: Der Strom aus der Beznau macht uns besonders im Winter weniger abhängig von Importen.

Die Sicherheit des Reaktordruckbehälters des KKB-1 wurde gemäss nationalem und internationalem Regelwerk überprüfbar nachgewiesen, wie die Aufsichtsbehörde ENSI bestätigt. Das KKB-1 durfte in der Folge die Produktion wieder aufnehmen und kann jährlich rund 3000 Gigawattstunden Strom erzeugen. Damit deckt es den Strombedarf von mehr als einer halben Million Haushalte. Dies ist auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit eine gute Nachricht, denn insbesondere im Winter ist die Schweiz seit Jahren auf Stromimporte angewiesen.

Im Winter fast zur Hälfte Strom aus Kernkraftwerken
Bei der Kältewelle von Anfang März zeigte sich einmal mehr, dass die Schweiz bei weitem nicht genügend heimischen Strom bereitstellen kann, wenn die Temperaturen tagelang im Minusbereich verharren und dadurch der Stromverbrauch steigt. Zuverlässig lieferbarer Strom ist dann gefragt. So kann es vorkommen, dass die Kernkraftwerke an besonders kalten Tagen bis zu 50 Prozent des Strombedarfs in der Schweiz decken. Solange die erneuerbaren Energien noch nicht genügend ausgebaut sind, wird die klimafreundliche Kernenergie dringend benötigt. Dies umso mehr, wenn die Stromversorgung der Schweiz nicht zunehmend von Importen abhängig werden soll. Die Schweizer Kernkraftwerke sind daher auch ein wichtiger Bestandteil der Energiestrategie des Bundes.

Vorbildliche Instandhaltung, Altersüberwachung und Nachrüstung
Beide Reaktoren in der Beznau gehören zu den dienstältesten Anlagen weltweit. Sie wurden laufend gemäss dem Stand der Technik nachgerüstet, sorgfältig gewartet sowie umfassend modernisiert und erfüllen auch nach fast fünf Jahrzehnten alle gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen. 

Im Jahr 2017 haben die Schweizer Kernkraftwerke beim ENSI ihr systematisches Alterungsmanagement im Rahmen einer europaweiten Überprüfung durch die European Nuclear Safety Regulator Group (ENSREG) eingereicht. Die Beurteilung des Schweizer Alterungsmanagement-Programms (AMP) seitens ENSI fiel positiv aus. Das AMP beruht auf umfangreichen Prüfungen durch das ENSI sowie einem langjährigen Entwicklungsprozess, der bereits seit 1991 gesetzlich vorgeschrieben ist. So ist das AMP zu einem wesentlichen Bestandteil der hohen Sicherheitskultur geworden. Die Alterungsüberwachung in den schweizerischen Kernkraftwerken wird gemäss regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben umgesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Für weitere Auskünfte: Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

02. März 2018

Stellungnahme zu Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager: Ergebnisbericht nachvollziehbar

Die Einengung der möglichen Standortgebiete im Rahmen der zweiten Etappe des Sachplans geologische Tiefenlager (SGT) ist grundsätzlich nachvollziehbar. Im Hinblick auf die dritte Etappe fordert swissnuclear, dass allein sicherheitstechnische Kriterien für die Auswahl des Standorts und Ausgestaltung der Oberflächenanlagen ausschlaggebend sind.

Das Verfahren Sachplan geologische Tiefenlager (SGT) ist ein durchweg geeignetes Instrument zur Festlegung eines Standortes. Entsprechend sind die Festlegungen im Ergebnisbericht zur Etappe 2 SGT grundsätzlich nachvollziehbar. Konkret erachtet swissnuclear denn auch die Standortgebiete «Zürich Nordost» und «Jura Ost» zur Weiterverfolgung als geeignet. Im Vergleich zu diesen weist «Nördlich Lägern» jedoch Nachteile auf, weshalb dieser Standort nicht weiter zu untersuchen ist.

Langfristige Sicherheit ist das massgebliche Kriterium

Unter der Führung des BFE ist die Etappe 3 effizient und im vorgegebenen Zeitplan umzusetzen. Auch für diese Etappe ist zu beachten, dass einzig sicherheitstechnische Kriterien für die weiteren Entscheide relevant sein dürfen. Dies gilt insbesondere für den Entscheid, ob zwei getrennte Lager oder ein Kombilager gebaut werden. Aus sicherheitstechnischer Sicht gibt es keinen Grund für zwei getrennte Lager.

Mehr Einfluss für Gemeinden

Je weiter das Verfahren fortschreitet, desto entscheidender ist die Berücksichtigung der Anliegen der Infrastrukturgemeinden. Ihr Einfluss ist deshalb in Etappe 3 im Vergleich mit den Regionalkonferenzen zu stärken.

Für weitere Auskünfte: Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

01. Februar 2018

Kernkraftwerke erzeugten im Jahr 2017 knapp ein Drittel des Schweizer Stroms

Im Jahr 2017 erzeugten die fünf Schweizer Kernkraftwerke netto 19'548 Gigawattstunden (GWh) klimafreundliche Bandenergie. Damit fiel die nukleare Produktion erneut leicht tiefer aus als im Vorjahr (20'309 GWh). Mit diesem Anteil an der heimischen Produktion tragen die Schweizer Kernkraftwerke nach wie vor wesentlich zur Versorgungssicherheit bei.

Insgesamt erzeugten die Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2017 netto 19'548 GWh Strom (Vorjahr 20'309 GWh). Darin sind 96 GWh eingeschlossen, welche die Kernkraftwerke Beznau-2 (26 GWh) und Gösgen (70 GWh) in Form von Fernwärme an regionale Wohngebäude und Gewerbebetriebe abgeben konnten. Durch den Bezug dieses Heizdampfes konnten rund 80'000 Tonnen CO2-Emissionen gegenüber der Verbrennung von Heizöl eingespart werden.

Die nukleare Produktion fiel deutlich tiefer aus als im langjährigen Schnitt von ca. 25'000 GWh. Zwar verzeichnete das Kernkraftwerk Beznau-2 bis auf eine Abschaltung aufgrund einer kleinen Ölleckage im nicht-nuklearen Bereich ein störungsfreies Betriebsjahr. Auch das Kernkraftwerk Mühleberg absolvierte das Betriebsjahr – sein drittletztes – störungsfrei. Ebenso konnte das Kernkraftwerk Gösgen 2017 mit Ausnahme geplanter Leistungsreduktionen durchwegs im Volllastbetrieb fahren. Beznau-1 dagegen stand aufgrund umfangreicher Abklärungen im Rahmen des Sicherheitsnachweises für das Reaktordruckgefäss das ganze Jahr über still. Dazu kommt, dass das Kernkraftwerk Leibstadt von Jahresbeginn bis 17. Februar aufgrund der im Vorjahr festgestellten lokalen Oxidationen an Brennstäben stillstand. Die Anlage wurde danach mit reduzierter Reaktorleistung betrieben. Diese Begleitmassnahme sowie nicht spezifikationsgerecht gelieferte Brennelemente, deren Ersatz das Wiederanfahren nach der Jahreshauptrevision verzögerten, verringerten die Produktion des KKL insgesamt um rund ein Drittel.

Keine sicherheitsrelevanten Vorkommnisse

Alle 29 meldepflichtigen Ereignisse des Jahres 2017 wurden vom ENSI der INES-Stufe 0 zugeordnet, die für die nukleare Sicherheit nicht relevant ist. Der Schutz des Personals und der Bevölkerung vor Strahlung war jederzeit gewährleistet. Die Abgaben radioaktiver Stoffe über Abwasser und Abluft lagen, wie bereits in den Vorjahren, deutlich unter den Grenzwerten.

Erneut beträchtliche Investitionen

Während der Jahresrevisionen wurden neben den Brennelementwechseln und umfangreichen Prüfprogrammen auch die notwendigen Instandhaltungsarbeiten an unterschiedlichen Komponenten durchgeführt. Zudem wurde in die Modernisierung und Sicherheit der Anlagen investiert:

  • Leibstadt: Die Wasserabscheider-Zwischenüberhitzer wurden ersetzt, zwei je rund 240 Tonnen schwere Grosskomponenten, die in vier Einzelteilen geliefert und vor Ort zusammengebaut wurden.
  • Gösgen: Schweissnähte und Grundmaterial des Reaktordruckbehälters wurden mit Ultraschall überprüft und die vierjährliche Dichtheitsprüfung des Sicherheitsbehälters durchgeführt. Für den langfristigen Betrieb der Anlage wurde die Brennelement-Lademaschine auf den aktuellen Stand der Technik ertüchtigt.
  • Mühleberg: Obwohl die Anlage Ende 2019 den Leistungsbetrieb einstellt, wurde die Robustheit der Notstromversorgung erhöht.  
  • Beznau 2: Die Erdbebenrobustheit des primären Nebenkühlwassersystems wurde erhöht und Systeme der Gleichstromversorgung wurden komplett erneuert. Zudem wurden in den Brennelementlagern beider Blöcke zusätzliche störfallfeste Temperatur- und Niveaumessungen nachgerüstet.

Attraktiver Arbeits- und Begegnungsort

Die Schweizer Kernkraftwerke beschäftigten Ende Jahr 1894 Mitarbeitende (Vorjahr 1893) in 1843,4 Vollzeitstellen. Davon standen 60 Jugendliche in einer Ausbildung u.a. zum Automatiker, Elektroniker, Polymechaniker, Kaufmann, Informatiker, Laborant und Logistiker. Rund 32'300 Personen (Vorjahr 39‘000 Personen) besuchten im Jahr 2017 ein Schweizer Kernkraftwerk für eine Ausstellungsführung, Anlagebesichtigung, zur Weiterbildung oder für eine öffentliche Veranstaltung.

Produktionszahlen der Schweizer Kernkraftwerke 2017 im Detail (inkl. Wärmeabgabe)

 

Brutto GWh

Netto GWh

Zeitverfügbarkeit in %

 

2017

2016

2017

2016

2017

2016

Beznau-1 (KKB-1)

0

0

-15,823

-12,083

0

0

Beznau-2
(KKB-2)

2'932,717

3'175,815

2'792,940

3'048,366

88,3

96,5

Mühleberg (KKM)

3'111,150

3'077,620

2'998,195

2'964,167

92.9

92,2

Gösgen
(KKG)

8'583,952

8'668,128

8'154,300

8'233,250

93.0

93,7

Leibstadt (KKL)

5'953,113

6'403,399

5'618,752

6'075,415

61.3

58,6

Total CH

20'580,932

21'324,962

19'548,364

20'309,115

67.1

68,3

Für weitere Auskünfte: Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

14. Dezember 2017

Neuste Umfrageresultate zur Kernenergie: Schweizer Bevölkerung schätzt den Nutzen der Kernenergie

Wirtschaft und Gesellschaft haben in den letzten Jahren die Vorteile der Kernenergie schätzen gelernt – dank einer hohen Versorgungssicherheit, tiefer Strompreise, einem attraktiven Produktionsstandort und dem Vermeiden fossiler Brennstoffe. Dieser Überzeugung sind rund 85 % der Schweizerinnen und Schweizer. 87,8% der Befragten sind der Meinung, dass auch die Schweizer Wirtschaft von diesen Vorzügen profitiert hat. Dies zeigt die neueste Umfrage des Marktforschungsinstituts Demoscope im Auftrag von swissnuclear.

Im Herbst 2017 führte das Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von swissnuclear zum 18. Mal eine repräsentative Umfrage bei 2202 Personen aus der ganzen Schweiz durch. Mit der jährlichen Umfrage möchte swissnuclear die Grundstimmung der Schweizerinnen und Schweizer bezüglich der Kernenergie ermitteln.

Kernenergie mit klaren Stärken
Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung sich des grossen Nutzens der Kernenergie bewusst ist: Die Befragten geben an, dass Wirtschaft und Bevölkerung in den letzten Jahren am meisten durch eine hohe Versorgungssicherheit (die Wirtschaft zu 80,6%, die Bevölkerung zu 81%) und tiefe Strompreise (die Wirtschaft zu 75,9%, die Bevölkerung zu 71,8%) profitiert haben. Dass Kernenergie eher günstig ist, bejahen denn auch 58,6% (Vorjahr 58,0%) der Befragten. Die Bevölkerung habe zudem profitiert, weil dank Kernenergie weniger fossile Brennstoffe verbraucht wurden (66,9%). So weiss auch die Hälfte der Befragten, dass Kernenergie nur wenig Treibhausgase verursacht. Als weiterer Nutzen für die Wirtschaft wird erachtet, dass die Kernenergie den Produktionsstandort Schweiz attraktiver macht (45,3%).

Vorteile weiter nutzen
Deutliche Voten zeigen sich auch bezüglich der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke: 66,5 % (Vorjahr 70%) halten die bestehenden Anlagen für eher bis sehr sicher. Und weiterhin wollen 64,5% der Bevölkerung (Vorjahr 64,3%) die Kernkraftwerke betreiben, solange sie sicher sind. Dass die Atomkraftwerke für die Stromversorgung der Schweiz notwendig sind, bejaht mit 54,6% gut die Hälfte der Befragten (Vorjahr 56,1%). Und bei technologischem Fortschritt würden ebenfalls 53,7% der Kernenergie wieder eine Chance geben.

Die bestehenden Kernkraftwerke leisten auch im Rahmen der Energiestrategie 2050 ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz, zu einem attraktiven Werkplatz und zum Erreichen der Schweizer Klimaschutzziele. Damit dies auch weiterhin möglich ist, dürfen die Rahmenbedingungen für den Betrieb der Kernkraftwerke jedoch nicht weiter politisch erschwert werden

Für weitere Auskünfte: Ruth Williams, Kommunikation, Tel. 062 205 20 18, ruth.williams@swissnuclear.ch.

12. Dezember 2017

Swissnuclear wird eigenständiger Verband

Seit Oktober repräsentiert swissnuclear als neuer Branchenverband die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke. Swissnuclear ist neu juristisch als Verein aufgestellt und wird die Interessen der Kernkraftwerksbetreiber enger bündeln und aktiv vertreten.

Fünfzehn Jahre lang vertrat swisselectric als Verein die Interessen der Schweizer Stromverbund-unternehmen. Per Ende September 2017 löste sich swisselectric auf. Damit wurde die Neukonstitution von swissnuclear, der früheren Fachgruppe Kernenergie von swisselectric, nötig.Die vier Mitgliedunternehmen von swissnuclear – Axpo Power AG, BKW Energie AG, Kernkraftwerk Leibstadt AG und Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG –  führen nun die enge Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie in einem eigenen Verein weiter. Als Präsident von swissnuclear amtet Michaël Plaschy, Geschäftsführer ist Philippe Renault.

Klare Ziele
Swissnuclear vertritt die gemeinsamen Interessen der Betreibergesellschaften der Schweizer Kernanlagen. Der Verband steht interessierten Kreisen für den sachlichen Dialog zur Verfügung. Auch unterstützt swissnuclear weiterhin die Schweizer Kernanlagen beim sicheren und nachhaltigen Betrieb sowie bei übergeordneten strategischen Themen wie Stilllegung und Entsorgung. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen durch Markt, Politik und Regulator ist die Zusammenarbeit der Kernenergiebranche unabdingbar.

Einsatz für gute Rahmenbedingungen
Swissnuclear setzt sich für den sicheren Langzeitbetrieb der Schweizer Kernkraftwerke und für nachhaltige Rahmenbedingungen ein. Die Kernenergie bleibt ein Asset im Portefeuille der Betreiberkonzerne: Das jüngste Kernkraftwerk wird voraussichtlich noch bis Mitte dieses Jahrhunderts Strom produzieren, und die Entsorgung wird die Schweiz noch rund hundert Jahre beschäftigen. Auch im Rahmen der Energiestrategie 2050 tragen die Schweizer Kernkraftwerke auf Jahrzehnte hinaus mit klimafreundlicher Grundlast wesentlich zur Versorgungssicherheit bei, zumindest bis die Ausbauziele des Bundes für neue erneuerbare Energien erreicht sind.

Damit der nötige Langzeitbetrieb möglich bleibt, setzt sich swissnuclear gegen politisch motivierte Verteuerungen der Kernenergie ein. So sind strengere Vorschriften bei der Finanzierung von Stilllegung und Entsorgung weder nötig noch sinnvoll: Die Kosten werden alle fünf Jahre umfassend geschätzt, von unabhängigen Experten geprüft, und bei Bedarf werden die Beiträge für die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds angepasst. So wurde die aktuelle Kostenstudie 2016 (KS16) nach Vorgabe des Bundes neu gegliedert und weist nun die Risikokosten umfassend und detailliert aus. Damit sind auch die Vorgaben des Bundesrates erfüllt und der Sicherheitszuschlag von 30% ist im Rahmen der anstehenden Revision der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV) zu streichen.

Weitere Auskünfte: Ruth Williams, Tel. 062 205 20 18, ruth.williams@swissnuclear.ch.

30. Juni 2017

Sicherer Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2016

Das Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat den Schweizer Kernkraftwerken für das Jahr 2016 einen sicheren Betrieb bescheinigt. Es bewertet den sicherheitstechnischen Zustand der Anlagen als gut und hoch.

Die Sicherheitsbewertung des Betriebs der Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2016 durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI fiel insgesamt positiv aus. Es kam weder zu Schnellabschaltungen noch zu anderen Vorkommnissen von Bedeutung für die Sicherheit von Mensch und Umwelt. Die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen waren stets erfüllt. Die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke nehmen diese Beurteilung mit Befriedigung zur Kenntnis.

Die Kernkraftwerke Beznau (Block 2), Mühleberg und Gösgen erzielten vom ENSI im Aufsichtsjahr 2016 die Bewertungen gut und hoch. Das gilt auch für das Kernkraftwerk Leibstadt, wo einzig die Auslegungsvorgaben im Aufsichtsjahr 2016 als ausreichend beurteilt wurden. Dies aufgrund der Befunde an Brennelementen, die zurzeit noch vertieft abgeklärt werden. Auf eine Beurteilung von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau, der im Betriebsjahr 2016 nicht am Netz war, verzichtete das ENSI.

Im Rahmen der Sicherheitsbewertung nimmt das ENSI jeweils für die Auslegungsvorgaben, die Betriebsvorgaben, den Zustand und das Verhalten der Anlage sowie den Zustand und das Verhalten von Mensch und Organisation eine zusammenfassende Beurteilung vor. In rund 450 angemeldeten und unangemeldeten Inspektionen sowie verschiedenen Nachweisen, die das ENSI von den Betreibern gefordert hatte, konnte es sich erneut von der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke überzeugen.

Die Sicherheit der Schweizer KKW hat für die KKW-Betreiber wie für das ENSI höchste Priorität. Dank kontinuierlichen Nachrüstungen, hoher Sicherheitskultur und strenger Aufsicht kann die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke Jahr für Jahr gewährleistet werden. Laut ENSI-Direktor Hans Wanner haben die zahlreichen Überprüfungen der letzten Jahre gezeigt, dass die Kernkraftwerke in der Schweiz über eine hohe Sicherheit verfügen.

Details zur Beurteilung der Anlagen sind im Aufsichtsbericht 2016 des ENSI zu finden.

Für weitere Auskünfte: Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, medien@swissnuclear.ch.

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