Medienmitteilung

25. März 2015

Revision der Kernenergiehaftpflicht-Verordnung: Unnötige Verschärfung der Transportdeckung

Olten, 25.03.2015. Die internationalen Übereinkommen über die Haftung auf dem Gebiet der Kernenergie behandeln nukleare Transporte nicht als separates Risiko, sondern sehen dafür eine reduzierte Versicherungsdeckung vor. Der Bundesrat hat diese Übereinkommen ratifiziert. Er verschärft nun mit der Verabschiedung der revidierten Kernenergiehaftpflichtverordnung (KHV) die Deckungspflicht für nukleare Transporte – jeder Transport muss in Zukunft separat versichert werden. Die neue Regelung ist sachlich falsch, widerspricht Sinn und Geist der internationalen Übereinkommen, welche die Betreiber unterstützen, und hat keine gesetzliche Grundlage.

Für den Bundesrat spielen die Schweizerischen Kernkraftwerke im Rahmen der Energiestrategie 2050 eine tragende Rolle. Dies schreibt er in der Botschaft zum ersten Massnahmenpaket. Umso unverständlicher ist, dass der Bundesrat laufend die Rahmenbedingungen für die Kernenergie auf dem Wege der Verordnungsrevision verschlechtert. Dies ist auch mit der revidierten KHV der Fall, die der Bundesrat heute verabschiedet hat.

Revidierte KHV widerspricht Sinn und Geist der internationalen Übereinkommen

Im Jahre 2008 wurde das Kernenergiehaftpflichtgesetz (KHG), welches der Verordnung zugrunde  liegt, revidiert. Dies einzig deshalb,  um die Revisionsprotokolle zum Pariser Übereinkommen und zum Brüsseler Zusatzübereinkommen über die Haftung auf dem Gebiet der Kernenergie sowie das dazugehörige Gemeinsame Protokoll umzusetzen. Diese Übereinkommen sehen keine Separierung und Kumulierung des Transportrisikos vor, ganz im Gegenteil: Die internationalen Übereinkommen wollen vielmehr ermöglichen, für die Haftung und Deckung von Transportrisiken geringere Mindestbeträge vorzusehen als für Kernanlagen. Obschon der Bundesrat in seiner Botschaft zur Revision des KHG an mehreren Stellen selber auf diese Möglichkeit hinweist, beschliesst er mit der neuen Verordnung genau das Gegenteil. Aus Sicht der Branche hat diese Verschärfung keine gesetzliche Grundlage.

Trennung des Transportrisikos unnötig

Die Betreiber unterstützen die internationalen Übereinkommen und damit auch die Anpassung der Deckungssummen. Sachlich völlig unverständlich und für die Branche nicht nachvollziehbar ist jedoch die Verschärfung, welche die revidierte Verordnung vorsieht: Sie belastet die Inhaber von Kernanlagen bis zum Ende der Laufzeit mit unnötigen zusätzlichen Prämienkosten. Dies, weil die Deckungspflicht für nicht schwachaktive nukleare Transporte verschärft wird, indem jeder einzelne Transport als separater Haftungstatbestand der gleich hohen Deckungssumme unterstellt werden muss wie der Betrieb einer Kernanlage.

Die zunehmende Erschwerung der Rahmenbedingungen für die Kernenergie auch und gerade durch die revidierte KHV reduziert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Stromwirtschaft einmal mehr.

02. März 2015

Ein sicherer Wert: Strom aus Schweizer Kernkraftwerken

Olten, 3. März 2015. Zuverlässig versorgten die fünf Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2014 die Schweiz rund um die Uhr mit wertvoller Bandenergie. Dank des reibungslosen Betriebs gaben sie netto insgesamt 26,412 Milliarden Kilowattstunden (kWh) klimafreundlichen Strom ans Netz ab – das sind knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Schweizer Kernkraftwerke können auf ein erfreuliches Jahr zurückblicken.  Nach drei aufgrund von grösseren Erneuerungsarbeiten leicht produktionsschwächeren Jahren stieg die Produktion wieder an. Insgesamt wurden 26‘412‘746‘000 kWh Strom ins Übertragungsnetz abgegeben. Zudem lieferten die Anlagen Beznau  (21,5 Mio. kWh) und Gösgen (59,1 Mio. kWh) insgesamt 80,6 Millionen kWh Energie (Vorjahr 77,1 Mio. kWh) in Form emissionsfreier Fernwärme an zahlreiche regionale Haushalte und Gewerbebetriebe.

Zuverlässiger Betrieb

Der Anlagenbetrieb verlief insgesamt planmässig. Alle meldepflichtigen Vorkommnisse waren ohne Bedeutung für die Sicherheit. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) beurteilte den Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke 2014 wie in den Vorjahren als sicher. Der Schutz von Personal und Bevölkerung vor Strahlung war jederzeit gewährleistet. Die Abgaben radioaktiver Stoffe lagen wie jedes Jahr deutlich unter den tiefen gesetzlichen Grenzwerten.

Es waren kaum ungeplante Betriebsunterbrüche zu verzeichnen:  Im Block 1 des KKW Beznau (KKB) erforderte die Reparatur einer Entleerungsleitung im primären Nebenkühlwasser eine Abstellzeit von rund  15 Tagen. Das KKW Leibstadt (KKL) stand aufgrund einer automatischen Reaktorabschaltung einen Tag still.

Gezielte Investitionen

Seit ihrer Inbetriebnahme investieren die Schweizer Kernkraftwerksbetreiber regelmässig in die Sicherheit und Modernisierung der Anlagen. Jede Anlage führte im Verlauf des Sommers 2014 umfangreiche planmässige Revisions- und Instandhaltungsarbeiten mit Brennelementwechsel durch. Dazu kamen verschiedene zusätzliche Arbeiten:

  • Beznau1&2: Vorbereitungsarbeiten für die Grossprojekte AUTANOVE (Autarke Notstromversorgung), HERA (Ersatz Deckel Reaktordruckbehälter) und NEXIS (Ersatz Anlageinformationssystem). Diese neuen Systeme und Komponenten werden im 2015 eingebaut.
  • Mühleberg: Verschiedene Nachrüstungen und vertiefte Prüfungen am Kernmantel – die Stabilität im Normalbetrieb wie im Störfall ist weiterhin gegeben.
  • Leibstadt: Ersatz der Sicherungsanlage abgeschlossen, diverse Vorbereitungen für kommende Grossprojekte.
  • Gösgen: Modernisierung der Reaktorleittechnik, Ersatz zweier Niederdruckvorwärmer und Optimierung des Hochwasser- und Erdbebenschutzes.

Hohe Verfügbarkeit

Die Arbeitsausnutzung der fünf Kernreaktoren lag im Jahr 2014 bei 92 Prozent (Vorjahr 86,4 Prozent), ihre Zeitverfügbarkeit bei 92,8 Prozent. Die Anlage in Mühleberg wies mit 93 Prozent sogar die höchste Zeitverfügbarkeit seit ihrer Inbetriebnahme aus. Diese weltweiten Spitzenwerte belegen den guten Zustand der Schweizer Kernkraftwerke und ihre Bedeutung für die zuverlässige Versorgung der Schweiz mit kostengünstiger Bandenergie.

Attraktive Arbeitgeber

Die Schweizer Kernkraftwerke beschäftigten im Jahr 2014 rund 2000 gut qualifizierte Personen (1922,1 Vollzeitstellen), die sich täglich für den reibungslosen Betrieb der Anlagen engagieren. 57 Jugendliche standen in einer Berufsausbildung, darunter Elektroniker, Polymechaniker, Kaufleute, Laboranten, Hauswirtschafterinnen. Nach wie vor interessieren sich Arbeitnehmer jeden Alters für eine Tätigkeit in den Werken. Allein das Kernkraftwerk Leibstadt konnte im 2014 aufgrund des aktuellen Generationenwechsels 31 Stellen neu besetzen.

Erfreuliche Anerkennung

Die Grundhaltung der Bevölkerung  gegenüber den Schweizer Kernkraftwerken bleibt positiv: Wie eine jährlich durchgeführte repräsentative  Umfrage  (Eckwertstudie, durchgeführt von DemoSCOPE im Auftrag von swissnuclear) im Herbst 2014 zeigt, sind gut 77 Prozent der Befragten von der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke überzeugt. Rund drei Viertel aller Befragten wollen zudem keine Abstriche an der Autonomie in der Stromversorgung hinnehmen, zu der die Kernkraftwerke massgeblich beitragen. Eine wachsende Mehrheit von nunmehr 70 Prozent will darum auch die Vorteile der Kernenergie möglichst lange nutzen und die Kernkraftwerke so lange laufen sollen, wie sie sicher sind. Erfreulich war auch, dass 45‘000 Personen das Informationszentrum eines Kernkraftwerks besuchten.

Produktionszahlen der Schweizer Kernkraftwerke 2014 im Detail (inkl. Wärmeabgabe)

 

Brutto MWh

Netto MWh

Ausnutzung in %

 

2014

2013

2014

2013

2014

2013

KKB1

3'044'014

3’207’260

2'920'610

3'078'447

91,4

96,3

KKB2

3'180'159

3'012'887

3'053'517

2'892'030

95,5

90,5

KKM

3'154'840

3'067'590

3'040'059

2'954'713

92,3

89,8

KKG

8'452'176

6'772'897

8'021'577

6'410'198

92.1

74,7

KKL

9'908'386

10'148'044

9'457'597

9'691'674

88,71

90,9

Total CH

27'739'575

26'208'678

26‘493‘360

25'027'062

92

88,37

Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

03. Dezember 2014

Neuste Umfrageresultate zur Kernenergie 2014

Mehr als drei Viertel der Schweizer Bevölkerung sind von der Sicherheit der schweizerischen Kernenergie überzeugt. Dies sind die ersten Resultate der neusten Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von swissnuclear im Oktober 2014 durchgeführt hat. Genau 70% möchten, dass die Kernkraftwerke so lange betrieben werden, wie sie sicher sind.

Zum 15. Mal in Folge führte das Markforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von swissnuclear eine breit abgestützte, repräsentative Befragung durch. An der Umfrage nahmen 2200 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz sowie aus dem Tessin teil. Ziel der jährlichen Umfrage ist, die Grundstimmung der Schweizerinnen und Schweizer bezüglich der Kernenergie zu messen.

Insgesamt ist gegenüber der Kernenergie eine positive Grundhaltung festzustellen:

  • Dass es die Schweizer Kernkraftwerke braucht, ist seit Beginn der Erhebungen im Jahre 2001 unbestritten. Daran ändert auch die Debatte um die Energiestrategie 2050 nichts: 63.5% sind davon überzeugt, dass die bestehenden Kernkraftwerke für die Stromversorgung der Schweiz notwendig sind.
  • 77.6% der Befragten sind von der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke überzeugt. Dieser Wert ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.
  • 74% wollen eine genügende Autonomie in der Stromversorgung, zu der die Kernkraftwerke massgeblich beitragen.
  • Eine wachsende Mehrheit will darum auch die Vorteile der Kernenergie möglichst lange nutzen und erteilt der politischen Diskussion nach einer Befristung der Laufzeiten eine klare Absage: 70% finden, dass die KKW so lange laufen sollen, wie sie sicher sind (Vorjahr 68%).

Angesichts dieser klaren und deutlichen Vorstellungen zur Stromzukunft überrascht es nicht, dass 77.5% der Schweizerinnen und Schweizer über Energiewende und Atomausstieg an der Urne abstimmen möchten.
Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

18. September 2014

Philippe Renault ist neuer Leiter der Geschäftsstelle von swissnuclear

Olten, 19.09.2014. Dr. Philippe Renault ist zum neuen Leiter der Geschäftsstelle swissnuclear gewählt worden. Der promovierte Bauingenieur, der bereits seit 2008 bei swissnuclear arbeitet, tritt sein neues Amt am 1. Oktober an. Renault folgt auf den bisherigen Leiter Dr. Philipp Hänggi, der zur BKW wechselte.

Der neue Leiter von swissnuclear, Dr. Philippe Renault,  ist ein ausgewiesener Erdbebenspezialist: Seit Januar 2008 leitet er die Struktur- Gefährdungsanalysen bei swissnuclear, darunter  auch das Projekt PEGASOS (Probabilistische Erdbeben-Gefährdungs-Analyse für die KKW-StandOrte in der Schweiz). Philippe Renault eignete sich im Rahmen seiner Arbeit für swissnuclear ein umfangreiches Wissen zur Kernenergie an und ist mit der Schweizer Kernenergiebranche und den Behörden gut vertraut. Er bringt damit beste Voraussetzungen mit, um die Geschäftsstelle kompetent zu leiten und die Interessen von swissnuclear im In- und Ausland engagiert zu vertreten.

Dr. Philippe Renault ist deutscher sowie französischer Staatsbürger und stammt aus Baden-Württemberg. Er studierte und promovierte an der RWTH Aachen, ist 37 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Herr Renault übernimmt die Nachfolge von Dr. Philipp Hänggi, der die Geschäftsstelle aufgebaut und während zehn Jahren geleitet hat. Hänggi wechselte per 1. September zur BKW als Leiter Nuklear. Er wird in dieser Funktion weiterhin mit swissnuclear zusammenarbeiten, indem er die BKW im Vorstand der Fachgruppe Kernenergie vertritt.

Für weitere Auskünfte: Michaël Plaschy, Präsident swissnuclear, Tel. 062 286 72 02.

swissnuclear ist die Fachgruppe Kernenergie der swisselectric (www.swisselectric.ch). swissnuclear setzt sich aus Vertretern der schweizerischen Stromverbundunternehmen Alpiq, Axpo, BKW und CKW zusammen. Sie engagiert sich für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Kernkraftwerke in der Schweiz. Die Mitglied-Unternehmen betreiben die Schweizer Kernkraftwerke Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg, die rund 40% des Strombedarfs der Schweiz produzieren. Mit der Zwilag und der Nagra sind die Mitglied-Unternehmen an Gesellschaften beteiligt, die sich für eine umwelt- und sachgerechte Entsorgung der radioaktiven Abfälle einsetzen.

03. Juni 2014

Überstürzte, kontraproduktive Vorschriften – Kernkraftwerkebetreiber erheben Beschwerde gegen revidierte Jodtablettenverordnung

Olten, 03.06.2014. Übereilt und ohne die laufenden Abklärungen zum Notfallschutz abzuwarten, hat der Bundesrat die revidierte Jodtablettenverordnung Anfang Jahr in Kraft gesetzt. Das darin verankerte neue Verteilregime erhöht den Schutz der Bevölkerung nicht: Jodtabletten im Umkreis von 20-50 Kilometern um ein Kernkraftwerk neu an alle Haushalte direkt abzugeben statt sie wie bisher zentral zu lagern, verunsichert die Bevölkerung und ist basierend auf den neusten Gefährdungsanalysen des ENSI eher kontraproduktiv. Gerade bei Extremszenarien sind eine zentrale Lagerung sowie eine geschützte Lagerung in Schulen und Kindergärten effektiver. Deshalb erheben die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke Beschwerde gegen die revidierte Verordnung.

Die Jodtablettenverordnung regelt die Versorgung der Bevölkerung mit Kaliumiodid-Tabletten für den Fall einer Freisetzung von radioaktiven Stoffen. Bislang wurden Jodtabletten im Umkreis von 20 Kilometern um ein Kernkraftwerk an alle Haushalte, Schulen und Firmen verteilt. Für die weiter entfernte Bevölkerung wurden sie zentral gelagert. Die am 22. Januar 2014 in Kraft gesetzte Revision der Verordnung sieht neu vor, dass die Jodtabletten auch im Umkreis von 20 bis 50 Kilometern um ein Kernkraftwerk feinverteilt werden. Damit sollen die Tabletten neu an rund 4,3 Millionen statt wie bisher 1,2 Millionen Personen feinverteilt werden.

Sicherheit und Schutz der Bevölkerung haben oberste Priorität beim Betrieb von Kernkraftwerken. Deshalb anerkennen die Kernkraftwerksbetreiber die Bemühungen des Bundes, den Notfallschutz entlang der Empfehlungen der interdepartementalen Arbeitsgruppe des Bundes zur Überprüfung der Notfallschutzmassnahmen bei Extremereignissen (IDA NOMEX) zu stärken. Eine angemessene Bereitstellung von Jodtabletten ist daher unbestritten. Die Betreiber wehren sich jedoch dagegen, dass der Aufwand ohne Sicherheitsgewinn mehr als verdreifacht und die Bevölkerung verunsichert wird. 

Überstürzte Inkraftsetzung

Die Revision enthält in verschiedener Hinsicht Mängel und wurde ohne stichhaltigen Grund übereilt in Kraft gesetzt:

  • So hatte die Verwaltung ihre eigenen Grundlagenarbeiten für die Verteilung der Jodtabletten (Referenzszenarien) im Rahmen der IDA NOMEX noch gar nicht abgeschlossen, als die Verordnung in Kraft gesetzt wurde. Methodisch und inhaltlich korrekt gewesen wäre, zuerst die Resultate dieser Abklärungen abzuwarten.
  • Die Stellungnahmen der Kernkraftwerksbetreiber wurden nicht angemessen geprüft. Die Kernkraftwerksbetreiber sind der Ansicht, dass der aktuellen Verordnung teilweise die Rechtsgrundlage fehlt und dass sie das in der Verfassung verankerte Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt.
  • Es bestand bei der Revision der Verordnung kein Zeitdruck. In der Zone 3 (20 km bis Schweizer Grenze) wurden die Tabletten erst 2010  ausgetauscht. Nur die Tabletten in den Zonen 1 und 2 (bis 20 Kilometer) laufen 2014 ab und müssen, trotz weiter bestehender Wirkung der Tabletten, ersetzt werden. Dieser Ersatz war und ist unbestritten.
  • Ein weiteres Indiz für die schlecht vorbereitete Revision ist, dass sich die erste, zweite und finale Revisionsfassung in Bezug auf Verteilregime und Kostenverteilung erheblich unterscheiden.

Kontraproduktive Ausdehnung der Feinverteilung

Das neue Verteilregime ist sachlich nicht zu stützen. Der Schutz der Bevölkerung wird nur scheinbar erhöht, der Aufwand aber mehr als verdreifacht:

  • Die Analysen des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI haben gezeigt, dass die Vorverteilung ausserhalb der bestehenden 20 km-Zone weder nötig noch verhältnismässig ist. Der Bundesrat hat in der Verordnung seine selber in Auftrag gegebenen Analysen nicht genügend berücksichtigt.
  • Nur ein äusserst unwahrscheinliches Szenario mit einem Extremerdbeben könnte überhaupt eine Ausweitung der Verteilzone auf 50 Kilometer rechtfertigen. Aber gerade bei einem solchen Szenario wäre von der Zerstörung der meisten privaten Wohnbauten auszugehen. Der Zugriff auf die Jodtabletten wäre in den Trümmern kaum mehr möglich – erst Recht nicht im Zustand des Katastrophenschocks, in dem sich dann die meisten Menschen befinden dürften. Hingegen wären bei einer zentralen Lagerung sowie einer geschützten Lagerung in Schulen und Kindergärten der Zugriff und die Versorgung der betroffenen Bevölkerung weit eher sichergestellt. Die Vollversorgung der Bevölkerung durch eine Vorverteilung ist ein Trugschluss und dürfte sogar kontraproduktiv sein.
  • Der Bundesrat hat Bedenken, dass zentral gelagerte Tabletten bei Bedarf vorschriftsgemäss innert 12 Stunden verteilt werden könnten. Es fehlt jedoch der Beleg, dass die Feinverteilung hier irgendwelche Vorteile bringt. So kann eine Verteilung in notfalls etwas mehr als 12 Stunden vorteilhafter sein als vorgängig feinverteilte Tabletten, die beispielweise in durch Erdbeben beschädigten Wohnungen gänzlich unauffindbar sind.

Widerspruch zur internationalen Praxis

Gemäss der Europäischen Kommission werden Jodtabletten in 14 Ländern vorverteilt, in einigen auch gar nicht. Dabei werden Zonen von 5 km, 10 km und 20 km verwendet. Die Schweizer Kernkraftwerke haben im EU-weiten Stresstest die Spitzenplätze belegt. Hierzulande ist der Austritt von radioaktivem Jod mit Auswirkungen in der Zone 20-50 Kilometer aus sicherheitstechnischen Gründen äusserst unwahrscheinlich, nicht zuletzt wegen der in den 90-er Jahren nachgerüsteten gefilterten Druckentlastung. Deshalb ist ausgerechnet in der Schweiz eine Verteilung über die übliche 20-Kilometer-Zone hinaus auch im internationalen Kontext nicht nachvollziehbar und kontraproduktiv.

Branche fordert seriöse Prüfung des Verteilregimes

Weil die Sicherheit der Bevölkerung sehr wichtig ist, müssen die Bereitstellung und Verteilung der Jodtabletten ohne Zeitdruck geprüft werden. Nachdem die revidierte Jodtablettenverordnung aber verabschiedet ist, bleibt der Branche nur noch der Rechtsweg. 

Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Tel. 062 205 20 14, patrick.jecklin(at)swissnuclear.ch

swissnuclear ist die Fachgruppe Kernenergie der swisselectric (www.swisselectric.ch). swissnuclear setzt sich aus Vertretern der schweizerischen Stromverbundunternehmen Alpiq, Axpo, BKW, CKW und EGL zusammen. Sie engagiert sich für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Kernkraftwerke in der Schweiz. Die Mitglied-Unternehmen betreiben die Schweizer Kernkraftwerke Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg, die rund 40% des Strombedarfs der Schweiz produzieren. Mit der Zwilag und der Nagra sind die Mitglied-Unternehmen an Gesellschaften beteiligt, die sich für eine umwelt- und sachgerechte Entsorgung der radioaktiven Abfälle einsetzen.

16. April 2014

Stromproduktion 2013: Zuverlässig, leistungsfähig, sicher: Schweizer KKW auch 2013 ein wichtiger Pfeiler der Stromversorgung

Olten, 16. April 2014. Die fünf Schweizer Kernkraftwerke versorgten auch im Jahr  2013 die Schweiz zuverlässig mit kostengünstiger und klimafreundlicher Bandenergie. Dank des praktisch unterbruchfreien Betriebs gaben sie insgesamt 25,027 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom ans Netz ab – 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Sicherheit aller Schweizer Kernanlagen war jederzeit gewährleistet.

Strom aus Kernkraftwerken bleibt ein Pfeiler der Versorgungssicherheit in der Schweiz. Nach wie vor stammen rund 40 Prozent des in der Schweiz erzeugten Stroms aus Kernkraftwerken. Gewohnt zuverlässig speisten die fünf Anlagen Beznau-1 und -2, Gösgen, Mühleberg und Leibstadt im Jahr 2013 insgesamt 25‘027‘062‘000 kWh Strom ins Übertragungsnetz ein. Obwohl  das Kernkraftwerk Gösgen im vergangenen Jahr umfassende Erneuerungsarbeiten ausführte und deshalb die Revisionspause im Sommer länger als üblich war, erzeugten die Kernkraftwerke insgesamt 2,3 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. Dies war möglich, weil neben der hohen Produktion in Beznau und Mühleberg auch die vorjährigen Investitionen in Leibstadt zum Tragen kamen: das Werk verzeichnete im 2013 und zum Auftakt des 30-Jahr-Betriebsjubiläums einen neuen Produktionsrekord .

Zuverlässige Stromerzeugung

Dank regelmässiger und systematischer Modernisierungen seit ihrer Inbetriebnahme sind die Schweizer Kernkraftwerke auf einem konstant hohen technischen Niveau. Der Betrieb im 2013 verlief denn auch praktisch störungsfrei.  Der Schutz von Personal und Bevölkerung vor Strahlung war jederzeit gewährleistet. Die Abgaben radioaktiver Stoffe lagen wiederum weit unter den tiefen, behördlich festgelegten Grenzwerten. 

Dass die Schweizer Kernkraftwerke sich in einem guten sicherheitstechnischen Zustand befanden, bezeugt auch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat( ENSI), das im Jahr 2013 stattliche  370 Inspektionen durchgeführt hat. 

Hohe Verfügbarkeit

Der Ausnutzungsgrad der fünf Kernkraftwerke insgesamt lag im Jahr 2013 bei 86,4 Prozent (Vorjahr 84,5 Prozent). Auch hier wurde trotz der geplanten, langen Revision im KKW Gösgen der Wert des Vorjahrs deutlich übertroffen. Die hohe Ausnutzung belegt die Zuverlässigkeit der Schweizer Kernkraftwerke und damit auch ihre Bedeutung für die Versorgungssicherheit in der Schweiz. Mit diesem hohen Wert verbleibt die Schweiz bei der Verfügbarkeit der Anlagen in der weltweiten Spitze.

Kompetentes Personal

Dieser langjährige Leistungsausweis ist nicht nur das Ergebnis sorgfältiger Wartung und laufender Modernisierung der Anlagen, sondern auch ein Verdienst des qualifizierten und motivierten Personals. So beschäftigten die Schweizer Kernkraftwerke im Jahr 2013 rund 2000 Personen (1905,8 Vollzeitstellen). Dabei standen  58 Lernende in einem Kernkraftwerk in der Berufsausbildung.

Konstantes Vertrauen

Das Engagement der Betreiber für die Sicherheit, Effizienz und damit auch Wirtschaftlichkeit der Anlagen zeigt sich im Vertrauen, das den Werken entgegengebracht wird: Drei von vier Schweizern sind von der Sicherheit der hiesigen Kernkraftwerke überzeugt. Annähernd so viele möchten die Anlagen denn auch so lange weiterlaufen lassen, als sie sicher sind. Dies zeigte eine repräsentative Umfrage im Herbst 2013.

Produktionszahlen der Schweizer Kernkraftwerke 2013 im Detail

 

Brutto MWh

Netto MWh

Ausnutzung in %

 

 

2012

 

2012

 

2012

KKB1

3’207’260

2'840'673

3'078'447

2'724'731

96,3

85,1

KKB2

3'012'887

2'912'391

2'892'030

2'793'965

90,5

87,3

KKM

3'067'590

3'117'110

2'954'713

3'002'713

89,8

91,1

KKG

6'772'897

8'515'871

6'410'198

8'073'932

74,7

93,7

KKL

10'148'044

8'270'312

9'691'674

7'873'629

90,9

75,6

Total CH

26'208'678

25'656'357

25'027'062

24'468'970

86,4

84,5

2013 betrug die gesamte Netto-Stromproduktion 25‘027‘062 Tausend kWh. 

Dazu lieferten die KKW Beznau und Gösgen Fernwärme entsprechend einer Strom-Minderproduktion von 77‘176 Tausend kWh (Vorjahr 89‘223 Tausend kWh). Ans Netz abgegeben wurden24'949'886  Tausend kWh Strom (2012: 24'379'747  Tausend kWh).

Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

swissnuclear ist die Fachgruppe Kernenergie der swisselectric (www.swisselectric.ch). swissnuclear setzt sich aus Vertretern der schweizerischen Stromverbundunternehmen Alpiq, Axpo, BKW, CKW und EGL zusammen. Sie engagiert sich für den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Kernkraftwerke in der Schweiz. Die Mitglied-Unternehmen betreiben die Schweizer Kernkraftwerke Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg, die rund 40% des Strombedarfs der Schweiz produzieren. Mit der Zwilag und der Nagra sind die Mitglied-Unternehmen an Gesellschaften beteiligt, die sich für eine umwelt- und sachgerechte Entsorgung der radioaktiven Abfälle einsetzen.

17. Januar 2014

Neuste Umfrageresultate zur Kernenergie

Für die Mehrheit (64%) der Schweizer Bevölkerung sind die bestehenden Kernkraftwerke notwendig für die Stromversorgung der Schweiz. Dies zeigt die neuste Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von swissnuclear im Oktober 2013 durchgeführt hat. Noch mehr, nämlich knapp 70%, finden, die Kernkraftwerke sollen so lange betrieben werden, wie sie sicher sind. Drei Viertel der Befragten sind von der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke überzeugt.

Zum 14. Mal in Folge führte das Markforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von swissnuclear eine breit abgestützte, repräsentative Befragung durch. An der Umfrage nahmen 2200 Personen aus der Deutsch-und Westschweiz sowie aus dem Tessin teil. Ziel der jährlichen Umfrage ist, die Grundstimmung der Schweizerinnen und Schweizer bezüglich der Kernenergie zu messen.

Eine solide Mehrheit der Befragten bestätigt den Nutzen der Kernenergie: Dass es die Schweizer Kernkraftwerke (KKW) braucht, ist seit Beginn der Erhebungen im Jahre 2001 unbestritten, mit 64,3% liegt die aktuelle Beurteilung im langjährigen Mittel und ist rund 3% höher als im Vorjahr. Gut 62% der Schweizer sind vom Preisvorteil der Kernenergie überzeugt. So will denn auch eine wachsende Mehrheit die Vorteile der Kernenergie möglichst lange nutzen und erteilt der politischen Diskussion nach einer Befristung der Laufzeiten eine klare Absage: 68% finden, dass die KKW so lange laufen sollen, wie sie sicher sind (Vorjahr 62,1%).

Dass die Schweizer KKW sicher sind, davon sind denn auch drei Viertel der Befragten überzeugt (Vorjahr: 74,2%). Die Öffentlichkeit anerkennt damit das hohe Sicherheitsniveau der Schweizer KKW, das konstanten technischen Verbesserungen und vorausschauender Modernisierung durch die Betreiber zu verdanken ist.

Nach wie vor wenig erkannt wird die Klimafreundlichkeit der CO2-armen Kernenergie. Nur 41,9% der Befragten sind der Ansicht, dass die bestehenden Kernkraftwerke das CO2-Problem in unserer Umwelt vermindern. Andere Länder sind hier weiter. So profitiert die Kernenergie zum Beispiel in den USA und in England von den gleichen Fördermechanismen wie andere CO2-arme Technologien. Ein Vorgehen, welches durch die Bevölkerung auf breiter Front mitgetragen wird.

Insgesamt zeigt die aktuelle Umfrage eine positive Grundhaltung der Bevölkerung zur Kernenergie. Die im Nachgang zu Fukushima erfolgte Kehrtwende der Politik in der Kernenergiefrage in Deutschland und der Schweiz wird vom Schweizer Volk wenig getragen. Zwar sind die Befragten offen für Alternativen, aber nicht um jeden Preis: 73% wollen, dass der Strom auch in Zukunft in der Schweiz erzeugt wird (Vorjahr: 75%). Für 88% der Befragten ist klar, dass die Energiewende die Versorgungssicherheit nicht gefährden darf (Vorjahr 84%), für 78% dürfen die Pläne des Bundes zu keiner grösseren Abhängigkeit vom Ausland führen. Und wie schon 2012 wollen 58% den bestehenden Strommix von Wasser und Kernenergie beibehalten, wenn Kosten und Auswirkungen der Energiewende unklar sind. Angesichts dieser klaren und deutlichen Vorstellungen zur Stromzukunft überrascht es nicht, dass 78% der Schweizerinnen und Schweizer über Energiewende und Atomausstieg an der Urne abstimmen möchten.

Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikation swissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

20. Dezember 2013

Erdbebengefährdungsanalyse der Kernkraftwerke

Swissnuclear hat das PEGASOS Refinement Project (PRP) abgeschlossen und den Schlussbericht beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) eingereicht. Dieses wird in den nächsten Monaten die Studie überprüfen und danach die neuen Erdbebengefährdungs-annahmen für alle Kernkraftwerksstandorte festlegen. Auf dieser Grundlage werden die Kernkraftwerkbetreiber die heutigen Nachweise wiederum aktualisieren. Die Resultate zur Erdbebengefährdung werden nach erfolgter Prüfung durch das ENSI veröffentlicht.

Mit dem Projekt PEGASOS hat die Schweiz in Europa Neuland betreten. 25 Experten aus 7 europäischen Ländern und den USA haben daran teilgenommen. PRP gibt Auskunft darüber, mit welcher Häufigkeit Erdbeben unterschiedlicher Stärke eintreten könnenund wie gross die am Kraftwerksstandort zu erwartenden Erschütterungen sind. Berücksichtigt wird dabei eine grosse Spannbreite von sehr schwachen Beben mit grosser Häufigkeit bis hin zu Beben, die stärker sind als die in der Schweiz jemals historisch beobachteten.

Ein umfangreiches Dossier über das PRP findet sich auf der Website von swissnuclear (http://swissnuclear.ch/de/pegasos.html). Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikationswissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

04. Juni 2013

Erdbebengefährdung der Kernkraftwerke

Das PEGASOS Refinement Project (PRP) hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Die Berechnungsgrundlagen, mit denen die Erdbebengefährdung der Schweizer Kernkraftwerke bestimmt werden kann, sind abgeschlossen. In einem nächsten Schritt erfolgen die umfangreiche Berechnung der Gefährdungskurven sowie der Abschluss der Qualitätssicherung und die Dokumentation, bevor dann die Studie voraussichtlich im Herbst beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) zur Prüfung eingereicht wird. Die Resultate zur Erdbebengefährdung werden nach erfolgter Prüfung veröffentlicht.

Eine erste probabilistische Untersuchung zur Erdbebengefährdung der Kernkraftwerke in der Schweiz war in den Jahren 2001 bis 2004 unter dem Namen PEGASOS durchgeführt worden. Aufgrund neuer Erkenntnisse in der Fachwelt sowie grosser Unsicherheiten in den PEGASOS-Ergebnissen beschlossen die Kernkraftwerkbetreiber im Jahr 2007, eine Verfeinerungsstudie unter dem Namen PEGASOS Refinement Project (PRP) durchzuführen.

Mit dem Project Summary Meeting vom 16. und 17. Mai wurde nun der Hauptteil der Verfeinerungsstudie abgeschlossen –die Modellentwicklungzu folgenden Fragekomplexen:

  • Wo und in welcher Tiefe sind Erdbeben welcher Stärke in welcher Häufigkeit zu erwarten?
  • Wie pflanzen sich die vom Erdbebenherd ausgehenden Erschütterungen durch das Umgebungsgestein fort und wie stark werden sie dabei bis zum Einwirkort abgeschwächt?
  • Welche Beschleunigungen wirken letztendlich auf die Anlage?

Am PRP haben zahlreiche nationale und internationale Experten mitgewirkt. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hat den Erdbebenkatalog für die Schweiz aktualisiert und ein Abminderungsmodell für die Schweiz erstellt; dieses zeigt auf, wie stark sich die Erschütterungen vom Erdbebenherd bis zum Kraftwerksstandort abschwächen. Ebenfalls eingeflossen sind internationale Abminderungsmodelle und Untergrundsanalysen aus Bohrungen an sämtlichen vier Kraftwerksstandorten.

Mit Hilfe dieser umfangreichen Expertenmodelle und Eingabeparameter wird nun in den nächsten Monaten die standortspezifische Gefährdung der Kernkraftwerke durch aufwändige Computer-Berechnungen aufdatiert. Parallel dazu werden die Arbeiten zur Qualitätssicherung und die Dokumentation fertig gestellt. Danach wird die Studie beim ENSI zur Beurteilung eingereicht. Voraussichtlich wird dies im Herbst 2013 der Fall sein. Die Berichterstattung zu den Expertenarbeiten sowie die daraus berechnete Erdbebengefährdung werden nach der Prüfung durch das ENSI veröffentlicht.

Das PEGASOS Refinement Projectgibt Auskunft darüber, mit welcher Häufigkeit Erdbeben unterschiedlicher Stärke an den Kraftwerksstandorten eintreten können. Berücksichtigt wird dabei eine grosse Spannbreitevon schwachen Beben mit grosser Eintretenswahrscheinlichkeit bis zu sehr starken Beben, die nur einmal in 10 Millionen Jahren erwartet werden. Nach dem Vorliegen der durch das ENSI geprüften Gefährdungswerte werden die bestehenden Erdebennachweise von jedem KKW aufdatiert und wiederum der Überwachungsbehörde ENSI zur Prüfung eingereicht. Anhand dieser Überprüfung wird sich zeigen, ob und in welchem Ausmass Nachrüstungen nötig sind.

Ein umfangreiches Dossier über das PRP findet sich auf der Website von swissnuclear (http://swissnuclear.ch/de/pegasos.html). Für weitere Auskünfte: Patrick Jecklin, Leiter Kommunikationswissnuclear, Tel. 062 205 20 10, patrick.jecklin@swissnuclear.ch.

09. April 2013

Medienmitteilung von Swisselectric

Der EU-Stresstest 2012 hat deutlich gezeigt, dass die Schweizer Anlagen zu den sichersten Europas gehören. Das Schweizer System der kontinuierlichen Nachrüstungen, welches auf einer unbefristeten Betriebszeit beruht, ist optimal für die Sicherheit. Zudem sind die Werke zu permanenten Investitionen in die Erhöhung von Sicherheit und Effizienz verpflichtet. Deshalb lehnt swisselectric eine politisch motivierte Begrenzung der Laufzeiten der Schweizer Kernkraftwerke ab.

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) fordert den Bundesrat auf, im Rahmen der Energiestrategie 2050 eine „Verständigungslösung“ zur Laufzeitbegrenzung der Schweizer Kernkraftwerke zu prüfen. Eine Beschränkung der Betriebszeit auf 40+10 Jahre ist im Kernenergiegesetz nicht vorgesehen. Die Sicherheit ist zentrales Kriterium bei einer Ausserbetriebnahme eines KKW und muss es auch bleiben.

Die bestehende Infrastruktur, die grösstenteils im Besitz der öffentlichen Hand ist, muss verantwortungsvoll genutzt werden. Ohne Vorliegen von Sicherheitsproblemen ist eine politisch motivierte Ausserbetriebnahme und Stilllegung von gut unterhaltenen Anlagen volkswirtschaftlich problematisch. Die bestehende Infrastruktur – und damit Volksvermögen – würde ohne Not zerstört.

Die Schweizer Bevölkerung hat sich in bisherigen Abstimmungen zur Kernenergie stets positiv zu deren Nutzung geäussert. Ohne eine Volksabstimmung darf diese auch nicht weiter eingeschränkt werden. Deshalb ist es vordringlich, dass der Bundesrat zuerst sämtliche in der Energiestrategie 2050 vorgesehenen Massnahmen und deren Konsequenzen aufzeigt und diese dem Volk zur Abstimmung vorlegt.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an: Beat Moser, Geschäftsführer swisselectric, Seilerstrasse 3, Postfach 7950, 3001 Bern; Telefon +41 31 381 64 00; Fax +41 31 381 64 01; Mail: info@swisselectric.ch

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