Jodtabletten

Die Jodtablettenverordnung

Zum Notfallschutz gehört auch die Bereitstellung von Kaliumiodidtabletten. Das Einnehmen solcher Tabletten kann bei einem schweren Störfall mit Freisetzung von Radioaktivität  verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt.

Verteilung und Finanzierung der Jodtabletten werden in der Jodtabletten-Verordnung geregelt. Im Januar 2014 wurde eine revidierte Jodtablettenverordnung in Kraft gesetzt. Die Revision weist im Vergleich zur Vorversion wesentliche Änderung auf:

Neu werden die Jodtabletten nicht nur im Umkreis von 20 Kilometern, sondern auch in der Zone von 20 bis 50 km um ein Kernkraftwerk feinverteilt, statt wie bisher zentral gelagert. Auch die Finanzierung wurde neu geordnet. Innerhalb eines 50 Kilometer-Radius um ein Kernkaftwerk tragen die Betreiber neu die Gesamtkosten für Beschaffung, vorsorgliche Verteilung, Kontrollen, Ersatz und Entsorgung der Jodtabletten. Bisher war das nur für Massnahmen innerhalb eines 20 Kilometer-Radius der Fall, und in der Zone von 20 bis 50 Kilometern teilten sich Bund und Betreiber die Kosten.

Die Kernkraftwerkbetreiber sind mit diesem neuen Verteilregime jedoch nicht einverstanden, wie in der Medienmitteilung vom 3. Juni 2014 festgehalten. Denn es steht nicht nur im Widerspruch zur internationalen Praxis, sondern  bringt auch keinerlei zusätzliche Sicherheit. Im Gegenteil, es dürfte jenen Teil der Bevölkerung verunsichern, der neu von der Feinverteilung betroffen ist. Die neue Feinverteilung hat jedoch nichts mit veränderter Gefährdung, sondern nur mit einem unterschiedlichen Verständnis von Sicherheit und Vorsorge zu tun: Während das Bundesamt für Gesundheit die Meinung vertritt, Jodtabletten seien im Umkreis von 20 bis 50 Kilometern um ein Kernkraftwerk neu an alle Haushalte direkt abzugeben, statt wie bisher zentral zu lagern, so erachten die Betreiber dies basierend auf den neusten Gefährdungsanalysen des ENSI als eher kontraproduktiv. Denn gerade bei einem Extremszenario  - einzig denkbarer Fall wäre ein extrem schweres Erdbeben mit massiver Zerstörung von Infrastrukturen, wie es seltener als einmal in hunderttausend Jahren auftreten kann - sind eine zentrale Lagerung sowie eine geschützte Lagerung in Schulen und Kindergärten effektiver. Und damit sicherer.

 

Für weitere Informationen zu den Jodtabletten: www.kaliumjodid.ch