Kosten von Stilllegung und Entsorgung

Die gesamten Kosten für Nachbetrieb, Stilllegung und Entsorgung der radioaktiven Abfälle sind nach dem Verursacherprinzip im Preis des Nuklearstroms inbegriffen. Über eine Betriebsdauer von 50 Jahren betrachtet betragen diese Kosten rund 1 Rappen pro Kilowattstunde. Damit ist sichergestellt, dass die heutigen Nutzniesser der Stromproduktion diese Kosten tragen und den nachkommenden Generationen keine Lasten für die Stilllegung und Entsorgung aufgebürdet werden.

Bei den zukünftig anfallenden Kosten handelt sich um Schätzungen aufgrund von periodisch überprüften Kostenstudien unter staatlicher Aufsicht. Die Kosten werden von den Betreibern der Kernkraftwerke vollständig bezahlt.

Zur Stilllegung der Kernkraftwerke gehören alle Tätigkeiten und Kosten bis zur Entlassung der Kernanlage aus dem Kernenergiegesetz, d.h. bis alle nuklearen Anlageteile entfernt sind und keine erhöhte Radioaktivität mehr nachgewiesen werden kann («Braune Wiese»). Die Gesamtkosten enthalten jedoch alle weiteren Arbeiten bis zum Wiederherstellen des ursprünglichen Geländes («Grüne Wiese»). Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle umfasst alle Tätigkeiten und Kosten bis zum Verschluss der geologischen Tiefenlager.

Das Schema zeigt, wie die Finanzierung der verschiedenen Tätigkeiten bei der Stilllegung und der Entsorgung sichergestellt wird:

Kosten bis zum Verschluss der Tiefenlager

Die einzelnen Kostenbestandteile umfassen (Kostenstudie 2016 geprüft durch die Behörden, Preisbasis 2016, ohne Kostenanteil des Bundes):

Entsorgungskosten während des Betriebs:
Während des Betriebs der Kernkraftwerke fallen laufend Entsorgungskosten an: für Transporte und Behälter, den Betrieb des zentralen Zwischenlagers (Zwilag), die Behandlung und Verpackung der bereits angefallenen Abfälle wie auch für die Arbeiten der Nagra (Forschung, Planung, Standortsuche für die geologischen Tiefenlager). Bis Ende 2016 haben die Betreiber der Kernkraftwerke dafür rund 5,6 Mrd. Franken aufgewendet.

Nachbetrieb: 
Auf das Abschalten der Kernkraftwerke am Ende ihrer jeweiligen Betriebszeit folgt ein drei bis zu fünf Jahre dauernder Nachbetrieb. Die Kosten für den Nachbetrieb aller Schweizer Kernkraftwerke belaufen sich auf 1,7 Milliarden Franken.  Sie werden während des Betriebs zurückgestellt und während des Nachbetriebs direkt durch die Betreiber bezahlt.

Stilllegung: 
Spätestens am Ende des Nachbetriebs beginnt der Rückbau der Anlage. Die Kosten für den vollständigen Rückbau der bestehenden Schweizer Kernkraftwerke werden derzeit auf rund 3,6 Mrd. Franken (vollständiger Rückbau bis zur «Grünen Wiese», inkl. Sicherheitszuschlag) veranschlagt.

Entsorgungskosten nach Betriebsende:
Nach der endgültigen Einstellung des Leistungsbetriebs – die bei jedem Kernkraftwerk zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden wird – laufen die Kosten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle bis zum Verschluss der Tiefenlager weiter. Diese nach Betriebsende der Kernkraftwerke anfallenden Kosten werden auf 11,0 Mrd. Franken veranschlagt. Die dafür nötigen Gelder werden während des Betriebs im Entsorgungsfond geäufnet (Beiträge der Betreiber und Zinserträge).

Gesamtkosten gemäss Kostenstudie 2016, geprüft (Preisbasis 2016)
Für die Gesamtheit der Arbeiten für den Nachbetrieb, die Stilllegung der Kernkraftwerke und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle fallen für die Betreiber mutmasslliche Kosten von insgesamt maximal 24,0 Mrd. Franken an  (Variante «Grüne Wiese», Chance Kombilager 40 % gewichtet, Preisbasis 2016, inkl. aller Prognoseungenauigkeits-, Risiko- und Sicherheitszuschläge). Bei allen Zahlen handelt es sich um gerundete Werte).

 

Während des Betriebs zu bezahlende Kosten
(CHF, gerundete Zahlen)

Fonds-Rückstellungen
(CHF, gerundete Zahlen)
 
Entsorgungskosten per Ende 2016 (bereits bezahlt): 5,6 Mrd.    
Künftige Entsorgungskosten bis Betriebsende: 2,0 Mrd.    
Nachbetrieb: 1,7 Mrd.    
Stilllegung:    3,7 Mrd.  
Entsorgungskosten nach Betriebsende:    11,0 Mrd.  
Total  9,3 Mrd. 14,7 Mrd. 24,0 Mrd.

Nicht in diesen Kosten enthalten ist der Aufwand von 1,2 Mrd. Franken für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung. Diese Abfälle müssen beim Bund abgeliefert werden, der für ihre Entsorgung eine Gebühr erhebt und für die Entsorgung aufkommen muss.

Übersicht über die Stilllegungs- und Entsorgungskosten sowie den Stand der Mittel in den Fonds per Ende 2016

Kosten nach dem Verschluss der Geologischen Tiefenlager

Nach dem Abschluss der Einlagerung der Abfälle werden die Tiefenlager während einer genügend langen Zeit überwacht (Beobachtungsphase). Anschliessend könnten die Tiefenlager definitiv verschlossen werden. Nach dem heutigen Stand der Planung (HAA/SMA) wäre das Ende der Beobachtungsphase beim Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (SMA) im Jahr 2118 erreicht und beim Tiefenlager für radioaktive Abfälle (HAA) im Jahr 2126.